Die Mietpreise Wien lassen sich nicht in einer Zahl zusammenfassen, und wer es trotzdem versucht, führt dich in die Irre. Der Richtwert liegt seit 1. April 2026 bei 6,74 Euro pro Quadratmeter, die Wiener Bezirkswerte laut EHL zwischen 11,90 und 17,50 Euro, und der oft zitierte Österreich-Schnitt von 10,50 Euro ist gar keine Wiener Zahl. Diese drei Werte messen drei verschiedene Dinge. Dazu kommt eine Mietpreisbremse, die 2026 in Kraft ist und ausgerechnet dann nicht greift, wenn du gerade einziehst. Hier steht, welche Zahl wofür gilt, was 2026 wirklich gedeckelt ist und was der Einzug kostet, bevor du die erste Miete zahlst.
Die 3 Zahlen, die niemand auseinanderhält
Wenn du zu Mietpreisen in Wien recherchierst, stolperst du über drei Werte, die durcheinandergeworfen werden. Sie widersprechen einander nicht. Sie messen Unterschiedliches.
| Zahl | Wert | Was sie wirklich misst |
|---|---|---|
| Richtwert Wien | 6,74 Euro pro m², ab 1.4.2026 | gesetzliche Obergrenze für Richtwertmietzins im Altbau, kein Durchschnitt |
| EHL Marktbericht Q1 2026 | 11,90 bis 17,50 Euro pro m² | tatsächliche Angebotsmieten nach Bezirk in Wien |
| Statistik Austria Q1 2026 | 10,50 Euro pro m² inkl. Betriebskosten | Österreich gesamt, nicht Wien |
Der Richtwert ist eine Rechengröße, kein Marktpreis. Auf ihn kommen Zu- und Abschläge für Lage, Ausstattung und Zustand, und er gilt nur für Altbauwohnungen im Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes. Zum 1. April 2026 wurde er um 1,00 Prozent angehoben, gedeckelt.
Die Zahl der Statistik Austria, 10,50 Euro pro Quadratmeter inklusive Betriebskosten und 695,10 Euro im Schnitt pro Wohnung im ersten Quartal 2026, ist ein österreichweiter Wert. Sie wird regelmäßig als Wiener Miete zitiert. Das ist sie nicht.
Wer eine Wiener Marktzahl braucht, nimmt den EHL-Bericht: 11,90 bis 17,50 Euro pro Quadratmeter je nach Bezirk im ersten Quartal 2026. Einzelne Immobilien-Datenportale nennen deutlich höhere Werte von rund 18 bis 25 Euro. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen, deshalb stehen sie hier nur als Hinweis, dass die Quellen auseinandergehen.
Die Mietpreisbremse 2026 schützt bestehende Mieter, nicht dich beim Einzug
Das ist der Punkt, an dem die meisten Ratgeber falsch abbiegen, und er ist für jeden relevant, der gerade eine Wohnung sucht.
Das 5. Mietrechtliche Inflationslinderungsgesetz und das MieWeG deckeln seit 1. Jänner 2026 die jährliche Valorisierung bestehender Mietverhältnisse: 1 Prozent im Jahr 2026, 2 Prozent im Jahr 2027, angewendet jeweils zum 1. April. Das gilt für regulierte Mieten ebenso wie für freie Mietverträge mit Wertsicherungsklausel.
Was es nicht tut: Es deckelt nicht, was ein Vermieter bei einer Neuvermietung am ersten Tag verlangen darf. Wenn du 2026 deinen ersten Wiener Mietvertrag unterschreibst, schützt dich die Schlagzeile Mietpreisbremse kein Stück. Sie schützt die Nachbarin, die seit 2019 dort wohnt.
Und der Markt bewegt sich genau dort weiter. EHL rechnet für 2026 mit einem Anstieg der Wiener Mieten um rund 7,0 bis 8,5 Prozent, gestaffelt von plus 6,7 Prozent in den Stadterweiterungsgebieten nördlich der Donau, in Favoriten und Simmering, bis plus 9,4 Prozent in zentralen und Toplagen. Österreichweit stiegen die Neuabschlüsse im unregulierten Segment 2025 um 3,32 Prozent, neuwertige Mietwohnungen kosteten bei Erstvermietung im Schnitt 9,30 Euro pro Quadratmeter.
Kurz: gedeckelt wird der Bestand, nicht der Einstieg.
Was zur Miete dazukommt: 2,52 Euro Betriebskosten und 15,30 Euro ORF
Die Kaltmiete ist selten die Zahl, die am Monatsende zählt.
- Betriebskosten: in Wien im Abrechnungsjahr 2023 durchschnittlich 2,52 Euro pro Quadratmeter und Monat netto, nach 2,37 Euro im Jahr davor, also plus 6,4 Prozent. Das ist der jüngste geprüfte Wert aus dem Betriebskostenspiegel der Mietervereinigung. Bei 60 Quadratmetern sind das rund 151 Euro im Monat.
- Strom, Heizung, Wasser: für eine 85-Quadratmeter-Wohnung nennt Numbeo im Schnitt 284,43 Euro monatlich, mit einer Spanne von 198 bis 480 Euro. Das ist eine Nutzerdatenbank, kein amtlicher Wert, taugt aber als Größenordnung.
- ORF-Beitrag: 15,30 Euro im Monat, österreichweit einheitlich, ohne Wiener Zuschlag.
- Öffis: und hier liegt der Fehler, den fast jeder ältere Ratgeber noch enthält.
Die 365-Euro-Jahreskarte gibt es nicht mehr: seit 1.1.2026 sind es 467 Euro
Mehr als 13 Jahre lang kostete die Wiener Jahreskarte 365 Euro, ein Euro pro Tag, und das war ein Aushängeschild der Stadt. Seit 1. Jänner 2026 kostet sie 467 Euro, digital 461 Euro. Das sind rund 30 Cent mehr pro Tag. Ab 1. Jänner 2027 werden die Tarife jährlich valorisiert.
Wenn du irgendwo noch 365 Euro liest, ist die Quelle älter als 2026. Das ist ein brauchbarer Schnelltest für die Aktualität eines Wien-Ratgebers.
Im selben Gebührenpaket steckt die Ortstaxe: Sie liegt seit 1. Juli 2026 bei 5 Prozent und steigt mit 1. Juli 2027 auf 8 Prozent. Ursprünglich war ein Sprung auf 8,5 Prozent ab 1. Dezember 2025 geplant, der nach Widerstand der Branche in die jetzige Staffelung umgewandelt wurde. Davor lag sie bei 3,2 Prozent.
Der Einzug kostet mehr als die Miete: 3 Monatsmieten Kaution plus Küche
Hier liegt die eigentliche Hürde, und sie taucht in keiner Quadratmeterstatistik auf.
Kaution. Marktüblich sind drei Bruttomonatsmieten. Der Oberste Gerichtshof hat bis zu sechs Monatsmieten für zulässig erklärt, einen gesetzlichen Deckel gibt es nicht. Bei einer 60-Quadratmeter-Wohnung um 900 Euro brutto sind das 2.700 Euro, die auf einem Sparbuch liegen und dir für die Dauer des Mietverhältnisses nicht zur Verfügung stehen.
Küche. Es gibt in Österreich keine gesetzliche Verpflichtung des Vermieters, eine Küche bereitzustellen, und es ist durchaus üblich, dass Mieter ihre eigene mitbringen oder selbst finanzieren. Nicht jede Wohnung wird ohne Küche übergeben, aber es ist verbreitet genug, dass du damit rechnen musst. Eine Einbauküche ist ein vierstelliger Betrag, den du beim Auszug entweder zurückbaust oder ablöst.
Provision. Hier gibt es eine gute Nachricht, die oft untergeht: Seit Juli 2023 gilt in Österreich das Bestellerprinzip. Die Maklerprovision zahlt, wer den Makler beauftragt hat, in der Regel also der Vermieter. Plane für eine normale Wohnungsmiete keine zwei Monatsmieten Provision mehr ein.
Befristung. Befristete Wohnungsmietverträge laufen üblicherweise drei Jahre. Du kannst nach dem ersten Jahr mit drei Monaten kündigen, aber du bindest dich zunächst.
| Einzug in eine Mietwohnung | Ungefähr, bei 900 Euro Bruttomiete |
|---|---|
| Kaution, 3 Bruttomonatsmieten | 2.700 Euro, gebunden |
| Erste Monatsmiete | 900 Euro |
| Küche, falls nicht vorhanden | vierstellig |
| Maklerprovision | in der Regel 0 Euro seit Juli 2023 |
| Mindestbindung | typisch 3 Jahre befristet, Kündigung frühestens nach 12 Monaten |
Ab wann sich ein Serviced Apartment rechnet: die 6-Monats-Grenze
Jetzt die ehrliche Rechnung, inklusive der Fälle, in denen wir nicht die richtige Wahl sind.
Wir haben die reine Kostenfrage bereits an anderer Stelle beantwortet, und die Antwort fällt nicht durchgehend zu unseren Gunsten aus. In der 3-Monatsfrist steht es so: Ab einem durchgehenden Aufenthalt von mehr als drei Monaten entfällt die Ortstaxe, und ab etwa einem halben Jahr gewinnt die eigene Wohnung bei den reinen Monatskosten fast immer. Das gilt weiterhin.
Nur beantwortet diese Rechnung eine Frage, die nicht jeder stellt. Sie vergleicht Monatskosten. Sie vergleicht nicht, was der Einstieg kostet und was er dich bindet.
| Deine Lage | Was passt |
|---|---|
| 1 bis 6 Nächte | Hotel, ein Apartment amortisiert sich noch nicht |
| 1 Woche bis 3 Monate | Serviced Apartment, klar |
| über 6 Monate, du willst dich binden und einrichten | eigene Wohnung, sie ist im Monat günstiger |
| über 6 Monate, aber kein Dreijahresvertrag, keine 2.700 Euro Kaution, keine Küche | Serviced Apartment, trotz höherer Monatskosten |
| Projekteinsatz mit unklarem Ende | Serviced Apartment, die Flexibilität ist der Punkt |
Die vorletzte Zeile ist die, um die es hier geht. Wenn du sechs Monate oder länger in Wien bist, aber keinen befristeten Dreijahresvertrag unterschreiben willst, keine drei Bruttomonatsmieten binden kannst und keine Küche kaufen möchtest, dann ist ein Serviced Apartment weiterhin die sinnvollere Lösung, auch wenn die reine Monatsrechnung ab einem halben Jahr für die Wohnung spricht. Du zahlst dann bewusst einen Aufpreis für Flexibilität und dafür, dass am ersten Tag nichts zu organisieren ist.
Wenn du dagegen weißt, dass du bleibst, dich einrichten willst und den Einstieg stemmen kannst, ist die eigene Wohnung die bessere Entscheidung. Das sagen wir hier genauso.
MINT @Naschmarkt: ab 138,75 Euro pro Nacht im Resident-Tarif
Wir betreiben fünf Apartments am Naschmarkt im 6. Bezirk. Für längere Aufenthalte ist der Tarif gestaffelt: ab 7 Nächten Wochenend+ mit 15 Prozent, ab 14 Nächten Fortnight mit 20 Prozent, ab 28 Nächten Resident mit 25 Prozent Nachlass.
Im Resident-Tarif startet das Mini MINT und der Artisan bei 138,75 Euro pro Nacht, 28 Nächte also ab 3.885 Euro. Ohne Kaution, ohne Provision, mit voll ausgestatteter Küche und Anmeldemöglichkeit. Alle Preise sind Ab-Preise, in nachfragestarken Zeiten liegt der tatsächliche Nächtigungspreis höher.
| Apartment | Größe | Gäste | Ab |
|---|---|---|---|
| Mini MINT | 35 m² | 2 | 185 Euro |
| Double MINT | 55 m² | 3 | 205 Euro |
| Double MINT mit Balkon | 55 m² | 3 | 215 Euro |
| MINT Artisan | 65 m² | 4 | 185 Euro |
| Penthouse | 85 m² | 4 | 375 Euro |
Zwei Klarstellungen, weil sie regelmäßig verwechselt werden. Der Resident-Tarif ab 28 Nächten ist eine Preisentscheidung von uns und hat mit der Ortstaxe nichts zu tun. Die Ortstaxe von 5 Prozent entfällt erst ab mehr als drei Monaten durchgehendem Aufenthalt. Wer 30 Nächte bleibt, bekommt also den vollen Nachlass und zahlt trotzdem Ortstaxe auf jede Nacht.
Einen eigenen Parkplatz und eine Rezeption rund um die Uhr gibt es bei uns nicht, dafür Self-Check-in und einen direkten Ansprechpartner.
Die konkreten Monatskonditionen stehen bei den monatlichen Konditionen für möblierte Apartments. Für Umzug und Wohnungssuche gibt es den Ratgeber für Langzeitaufenthalte und den Überblick zur Übergangswohnung in Wien. Verfügbarkeit prüfen.
Häufige Fragen zu den Mietpreisen in Wien
Wie hoch sind die Mietpreise in Wien 2026? Das hängt davon ab, welche Zahl du meinst. Der Richtwert liegt seit 1. April 2026 bei 6,74 Euro pro Quadratmeter und ist eine gesetzliche Obergrenze für Altbau, kein Durchschnitt. Der EHL-Marktbericht nennt für das erste Quartal 2026 Wiener Bezirkswerte zwischen 11,90 und 17,50 Euro pro Quadratmeter. Der oft zitierte Wert von 10,50 Euro ist ein Österreich-Schnitt inklusive Betriebskosten, keine Wiener Zahl.
Gilt die Mietpreisbremse auch bei einer neuen Wohnung? Nein. Das 5. MILG und das MieWeG deckeln seit 2026 nur die jährliche Valorisierung bestehender Mietverhältnisse, mit 1 Prozent 2026 und 2 Prozent 2027, jeweils zum 1. April. Was bei einer Neuvermietung am ersten Tag verlangt wird, ist davon nicht erfasst.
Wie hoch ist die Kaution in Wien? Marktüblich sind drei Bruttomonatsmieten. Der Oberste Gerichtshof hat bis zu sechs Monatsmieten für zulässig erklärt. Einen gesetzlichen Höchstbetrag gibt es nicht.
Muss ich in Wien Maklerprovision zahlen? Bei einer Wohnungsmiete in der Regel nicht mehr. Seit Juli 2023 gilt das Bestellerprinzip, die Provision zahlt, wer den Makler beauftragt hat, also üblicherweise der Vermieter.
Bekomme ich in Wien eine Wohnung mit Küche? Nicht selbstverständlich. Eine gesetzliche Verpflichtung des Vermieters, eine Küche bereitzustellen, gibt es nicht, und es ist durchaus üblich, dass Mieter ihre eigene Küche mitbringen oder selbst finanzieren.
Wie hoch sind die Betriebskosten in Wien? Im Abrechnungsjahr 2023 durchschnittlich 2,52 Euro pro Quadratmeter und Monat netto, nach 2,37 Euro im Jahr davor. Bei 60 Quadratmetern sind das rund 151 Euro monatlich.
Was kostet die Wiener Jahreskarte 2026? 467 Euro, digital 461 Euro, seit 1. Jänner 2026. Davor kostete sie mehr als 13 Jahre lang 365 Euro. Ab 1. Jänner 2027 werden die Tarife jährlich valorisiert.
Wie hoch ist die Ortstaxe in Wien? Sie liegt seit 1. Juli 2026 bei 5 Prozent der Bemessungsgrundlage und steigt mit 1. Juli 2027 auf 8 Prozent. Ab einem durchgehenden Aufenthalt von mehr als drei Monaten entfällt sie.
Steigen die Mieten in Wien 2026 weiter? Laut EHL-Prognose ja, um rund 7,0 bis 8,5 Prozent, von plus 6,7 Prozent in den Stadterweiterungsgebieten nördlich der Donau, in Favoriten und Simmering bis plus 9,4 Prozent in zentralen und Toplagen.


